Schlaflos in OWL

Kopfkino und andere Sorgen

Ich schlafe schlecht; schon solange ich zurückdenken kann ist das so. In einem Gespräch mit meiner Mama zu dem Thema erwähnte sie, das das schon als Kleinkind so war. Sie haben sich dabei nichts gedacht. Wie auch? Ich habe es lange Zeit selber nicht wichtig genommen.

Wenn ich heute zurückdenke, weiß ich, dass ich schon in der Grundschule schlecht in den Schlaf kam. Ich lag im Bett, war eigentlich hundemüde vom Tag, aber in meinem Kopf war immer was los. Ich konnte nicht runter fahren, aber als Kind sieht man ja nicht, dass man eventuell ein Problem haben könnte.

Ich habe immer mindestens 30-45 Minuten im Bett gelegen, bis sich endlich die Müdigkeit durchsetzte. Und ohne ein Hörspiel ging schon mal gar nichts. Ich brauchte immer eine Geschichte von Bibi Blocksberg, der Kassettenrekorder befand sich in einem Regal über meinem Bett. Mit 12 oder 13 Jahren wurden aus den Hörspielkassetten Musikkassetten, vornehmlich von Roxette oder aus den Charts. Ohne ging es gar nicht.

Heute ist es genau anders herum. Mit Hörspiel oder Musik kann ich nicht schlafen. Geräusche lenken mich generell ab. Was mich nicht stört ist, wenn die Nachbarn im Sommer im Garten grillen oder feiern, dass empfinde ich sogar als angenehm.

Auf Klassenfahrten war das für mich immer sehr anstrengend. Ich bin selten richtig in den Tiefschlaf gekommen, beim kleinsten abnormen Geräusch war ich wach. Ich kann bis heute schlecht mit anderen Leuten das Schlafzimmer teilen, egal wie müde ich bin, ich komm da einfach nicht in den Schlaf.

Ich erinnere mich noch an die Sommer in meiner Schulzeit, wenn meine beste Freundin Jana bei mir schlief oder ich bei ihr. Wie das bei Mädels in der Pubertät so ist, haben wir die Nächte gequatscht, aber wehe ich musste auf Toilette und verließ kurz den Raum, wenn ich wieder kam, war Jana im Tiefschlaf. Was habe ich sie darum beneidet. Ich lag dann meist noch stundenlang wach, bis auch ich endlich in einen unruhigen Schlaf versank.

Ich hatte ja immer die Hoffnung, dass sich das legt, wenn ich erstmal arbeite. Pustekuchen. Und der jahrelange Schichtdienst war regelrecht Gift für meinen ohnehin schon gestörten Schlafrhythmus. Von Spätdienst auf Frühdienst, das bedeutet für mich auch immer eine sehr unruhige Nacht, mit dem Ergebnis, dass ich garantiert am nächsten Tag gerädert war. Noch schlimmer war für mich Nachtwache. Da ich ja auch schon lange Migränepatientin war, waren Nachtdienste der reinste Horror. Davon mal abgesehen, dass ich mich generell sehr unwohl bei der Nachtarbeit fühlte, kamen bei 75% der Dienste starke Kopfschmerzen hinzu. Nach dem Nachtdienst konnte ich nie abschalten und kam sehr schlecht in den Schlaf. Der erste Tagesdienst nach der Nachtwache war der reinste Horror, weil mein Rhythmus total im Eimer war.

Dies liegt nun schon lange hinter mir, und man sollte meinen, dass es jetzt besser klappt. Das Gegenteil ist leider der Fall.

Ich habe regelmäßig Nächte, die ich gar nicht schlafen kann, egal wie müde ich bin. Ich bin innerlich total unruhig, Arme und Beine machen sich selbstständig.  In meinem Kopf spielen sich die verrücktesten Szenarien ab, richtig abschalten kann ich nicht.

Und obwohl ich mittlerweile gut 6 Jahre aus der Pflege raus bin, habe ich leider immer noch regelmäßig Albträume, die das ganze noch unangenehmer machen.  Ich hoffe immer, dass sich das irgendwann doch noch einmal legt, aber realistisch betrachtet ist das eher unwahrscheinlich.

Dies soll auf keinen Fall als Jammerbeitrag gesehen werden, ich wollte einfach mal aufzeigen, was mich so bewegt.

Liebe Grüße

Martina 🙂

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3 Gedanken zu “Schlaflos in OWL

  1. Interessant, bei mir ist das ganz ähnlich. Und war auch als Kind schon so. Eine Zeitlang verabreichte mir meine Mutter einen Schlafsaft für Kinder (ja, ja, sowas gab es Mitte der Siebziger). Der wirkte super, ich schlief regelmässig vor Ablauf der ersten Seite meiner Einschlafschallplatte. Dann gab es das Zeug aber nicht mehr rezeptfrei, erinnere ich mich. Was sicher auch gut so war. Und ich hatte auch immer das „Problem“, wenn Freundinnen bei mir schliefen oder ich bei ihnen, dass die regelmässig lange vor mir eingeschlafen waren. Genau wie bei dir immer dann, wenn es mal eine Quatschpause gab, egal wie kurz die war 😉
    Und heute: Brauche ich wieder Hörbücher oder -spiele. Ohne geht gar nichts. Meistens jedenfalls. Alkohol hilft auch nicht, nebenbei bemerkt, wenn ich ein oder zwei Gläschen getrunken habe, schlafe ich erst recht nicht gut (ein).
    Was tatsächlich aber oft hilft, ist eine CD (bzw mp3 Datei) mit dem schönen Titel „Die Reise zum eigenen Entspannungsort“, die ich mal zufällig entdeckt habe. Der Autor heisst Frank Beckers. Er erzählt in unendlich langsamem Tempo, was er erzählt, wiederholt sich immer wieder in Variationen und wirklich schaffe ich es, dabei herunter zu fahren. Manchmal muss ich das zwei- oder gar dreimal hören. Aber es funktioniert. Wobei das garantiert die Stimme ist von dem Typen. So stelle ich es mir vor, wenn man hypnotisiert wird. 😉

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    1. Alkohol hat bei mir eine ähnliche Wirkung. Es dreht sich zwar alles im Kopf, aber ich empfinde es als unangenehm. Dies, und die Tatsache, dass mir Alkohol nicht wirklich schmeckt, hat mich dazu gebracht, nahezu Abstinent zu leben. Und das schon seit Jahren. Es gibt ganz selten mal eine Ausnahme, ein fruchtiger Coktail oder Kakao mit einem Schuss Amaretto. Aber wie gesagt, sehr selten.
      Warst du schon mal im Schlaflabor? Eine Freundin schlug mir das vor. Aber ich bin da eher skeptisch, weil ich ja schon nicht schlafen kann, wenn andere im Raum sind. Wie soll das erst werden, wenn man dann offensichtlich unter Beobachtung steht.

      Gefällt 1 Person

      1. Nee, aus genau dem Grunde halte ich das in meinem Fall für sinnlos. Schlaflabor, wenn man eh nicht einschlafen kann? Schon gar nicht in einer Stresssituation. Ich habe ja schon jedesmal ne schlaflose Nacht, wenn ich am nächsten Tag in Urlaub fahre

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