Herbstblues

Die Gefühle fahren Achterbahn

Wenn die Dunkelheit überhand nimmt…

Eigentlich mag ich den Herbst. Die Bäume werfen ihre Kleider ab, alles ist bunt, die Hitze des Sommers wird durch frische Brisen weg geweht. Klingt eigentlich nett. Wäre da nicht diese anhaltende Dunkelheit, oft über Tage hinweg, Regenschauer, die selbst den tapfersten Hund nicht vor die Tür locken. Und ein Gefühl auf der Seele, dass einen ein starker Strom mit sich reißen will.

So geht es mir jedes Jahr, seit mittlerweile gut einem Jahrzehnt.

Klar, fast jeder kennt diese Tage, an denen man echt nichts auf die Reihe bekommt, weil man müde ist oder weil das Wetter einen so schläfrig macht. Meist bekommt man dann verständnisvolle Blicke, zustimmende Worte von anderen Menschen. Das ist alles ganz normal. Aber es ist meist auch ein Sache von wenigen Stunden und Tagen.
Was ist aber, wenn dieser Zustand anhält, ja sogar immer intensiver wird, nicht über Stunden und Tage sondern über Wochen und Monate, im schlimmsten Fall über Jahre; immer wiederkehrend?

Begleitet durch eine enorme innere Unruhe, die allerdings nicht bewirkt, dass man ständig in Bewegung und voller Tatendrang ist, nein, ganz im Gegenteil, verbunden mit einem tiefen Bedürfnis nach Ruhe, nach sehr viel Ruhe. Man hat den Drang, seinem Körper genau das zu geben, was er eben gerade nicht hat – RUHE -.

So widersprüchlich das alles ist, genau das ist es, was man braucht und sich auch nimmt. Am liebsten würde man den ganzen Tag im Bett verbringen, nur zum Essen und zur Toilette aufstehen. Nichts hören, nichts sehen.

Mir geht es so, schon seit vielen Wochen und Monaten, also weit über den Herbst hinaus. Ich versuche immer wieder, diesen Teufelskreis aufzubrechen, doch es ist so schwer, gelingt oft nur Stundenweise, wenn überhaupt.

Alltägliche Dinge fallen mir so unsagbar schwer, meine Konzentration ist gleich null. Ordnung halten, ein Ding der Unmöglichkeit. Struktur in den Alltag bringen, bisher ohne Erfolg. Und das schlimmste ist, wenn dein Umfeld die Geduld mit dir verliert. Ich kann das sogar verstehen, denn wie soll ein nicht Betroffener verstehen, dass man das nicht macht, weil man es so lustig findet, nein es ist vielmehr so, als hätte irgendwer die innere Handbremse so fest angezogen, dass man sie nicht mehr gelöst bekommt.

Das man selber sich dafür hasst, dass man einfach nichts gebacken bekommt, kann man schwer erkennen.

Wie oft liege ich abends im Bett und mache für den nächsten Tag die tollsten Pläne, bin total motiviert und denke, jawohl, morgen wird alles besser, und dann ist der nächste Tag, und ich habe keine Kraft aufzustehen, geschweige denn größere Sprünge zu machen. Und das schlimmste ist, die Enttäuschung. Nicht nur die der Menschen um einem herum, nein, am schlimmsten ist die eigene Enttäuschung, die Erkenntnis, wieder einmal versagt zu haben.

Kleiner Trostspender

Das einzige Wesen, dass es immer wieder schafft, mich aus meinem Strudel der dunklen Gedanken heraus zu reißen, ist Tyson. Er muss ja raus, egal wie mein persönliches Befinden ist. Und natürlich möchte ich auch nicht, dass er darunter leidet. Aber ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich nach so einer Gassirunde oft bis ins Mark erschöpft bin.

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Aber ich habe etwas getan, auch wenn es augenscheinlich nicht viel war.

Ich weiß, das alles klingt sehr düster und ausweglos, aber so ist es nicht. Ich habe ja bereits einmal erklärt, dass ich trotz der Depressionen und Ängste (hierzu ein anderes Mal mehr) durchaus Freude am Leben empfinde, mal mehr, mal weniger.

Und ich kämpfe gegen meine Dämonen; Tagein, Tagaus, nicht gewillt, ihnen das Feld kampflos zu überlassen. 🙂

Liebe Grüße

Martina

 

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2 Gedanken zu “Herbstblues

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